Das wildromantische Schwarzwassertal

im SchwarzwassertalSteinerne Brcke im Schwarzwassertalringmauer im SchwarzwassertalKatzenstein SchwarzwassertalRastpaltz auf dem Katzenstein

 

Das Tal der „Schwarzen Pockau“, meist nur Schwarzwassertal genannt, zählt zwischen Kühnhaide und der Kniebreche zu den schönsten aller deutschen Mittelgebirgstälern. Begeben Sie sich jetzt mit auf die Wanderung durch das wildromantische Schwarzwassertal, die zu Fuß und mit Rast etwa drei Stunden in Anspruch nimmt! Sie als Internetbesucher werden im folgenden nur 5 Minuten benötigen. Ausgangspunkt unserer Wanderung soll die Gaststätte und Pension Schwarzwassertal in Kühnhaide sein.

Wir wandern auf dem Waldweg zur Rechten der Schwarzen Pockau flussabwärts durch das große üppige Wiesental. Hier schlängelt sich das Flüsschen noch klein und friedlich dahin. Nach 15 min wandern wir rechts an der „Steinernen Brücke“ vorbei. Nun verengt sich mehr und mehr das Tal. Die hohen bewaldeten Wände und sich stolz erhebenden Felsenmauern rücken sich immer näher, so dass die schmale Talsohle kaum Platz für Bach und Strasse lässt. Immer einsamer wird’s und immer ruhiger und gesammelter. Kein Fabrikgetriebe stört die Ruhe des Wanderers und kein Haus lädt zur Einkehr ein. Nach mehrfachem überschreiten der Pockau gewahrt man plötzlich eine ganz besonders imposante Felspartie vor sich. Es ist ein hochanstrebender, steiler Felsen. Nach oben verjüngt er sich und man könnte meinen, das Gebilde eines Kopfes mit Gesichtszügen und Kopftuch zu sehen, ähnlich dem Kopf einer Nonne. Daher wird dieser Fels auch „Nonnenfelsen“ genannt.

Und ihm gegenüber befindet sich ein langgestrecktes Felsgebilde, die Teufelsmauer. Es besteht aus lauter einzelnen Wänden, aus deren Spalten man das unheimliche Gesicht herausspähen meint. Etwa 10 min nach dem Nonnenfelsen beginnt halblinks kaum sichtbar ein schmaler Pfad, der „Königsweg“.

Durch Gehölz und über Felsgestein führt er hinauf zum Katzenstein (706 m ü. NN). Dieser liegt ca. 90 m über der Talsohle, zu der er steil hinunterfällt. Von unten gesehen tritt er gegenüber den ihn umgebenen Felsenriffen als ein besonders markanter Felsenvorsprung hervor. Einst hatte er die Gestalt eines Katzenkopfes, daher auch sein Name. Doch drohte das Felsgestein abzustürzen, so daß man es beseitigte. Auf dem Plateau, das mit eisernem Geländer versehen ist, so daß auch der nicht ganz schwindelfreie Wanderer die herrliche Aussicht genießen kann, befinden sich mehrere Sitzgelegenheiten, die zum Teil auch überdacht sind und zum Rasten und Stärken einladen.

Dies tat auch schon der Kurfürst Johann Georg von Sachsen, der hier 1612 und später seinen Jagdimbiss einnahm. Der Katzenstein bietet einen überragenden Tiefblick in das Tal der unten rauschenden Schwarzen Pockau, das an Wildromantik so bald nicht seinesgleichen hat. Gegenüber des Katzensteins ragt der 805 m hohe Rabenberg empor. Auf der steilen, von der Pockau umschlossenen Bergkuppe stand einst „das alte Raubschloß“, dessen überwucherten Ruinen auf einen verwegenen Bau schließen lassen.

Um 1300 soll das Schloß, das etwa 2 Jahrhunderte lang argen Raubrittern zur Behausung und Unterschlupf gedient hat, zerstört worden sein. Zum Linken, vom Katzenstein aus gesehen, stellt sich dem Betrachter eine am Flüsslein sich ausbreitende, lange und sehr hohe Felswand dar, die Ringmauer. Mit ihren vielen zerklüfteten Felsmassen macht sie einen ganz besonderen Eindruck. Den Rückweg treten wir über den Weg am Grünen Graben an, welcher nur ca. 200 m oberhalb des Katzensteins vorüberführt. In Kühnhaide wird er von der Schwarzen Pockau abgeleitet und führt bis Pobershau, um der Roten Pockau mehr Wasser zum Betrieb des früheren Bergbaues zuzuführen.

Es ist ein schmaler Fußweg, der oftmals an steilen Felsenriffen vorüber und bisweilen auf kleinen Holzbrücken über Felsspalten führt. Interessant ist, wie der Grüne Graben, der bergauf zu fließen scheint, an mehreren Stellen durch den Felsen hindurchgeleitet ist, und den Wanderer zwingt, an den Felsen vorbeizuklettern, um den Weiterweg zu finden. Wenn nicht gerade Gehölz die Sicht versperrt, kann der Wanderer auf dem ganzen Wege den herrlichen Tiefblick ins Pockautal genießen.

Ferienzimmer SchwarzwassertalNach 3/4 stündlicher abwechslungsreicher Wanderung, tritt man aus dem Walde heraus und das üppige Wiesental tut sich wieder vor einem auf. Erblickt man die Steinerne Brücke, ist der Höhenunterschied nicht mehr all zu groß. Der Wanderer verläßt nun den Grünen Graben, überquert die Schwarze Pockau und wandert an dieser stromaufwärts. Nach 20 min erreicht man wieder die Pension und Gaststätte „Schwarzwassertal“, die zur Einkehr einlädt. Die Familie Jungmann führt eine beliebte Gastwirtschaft mit einheimischem gutbürgerlichem Essen.

Sollte der Wanderer nun noch nicht genug von der Schönheit und Wildromantik des Tals der Schwarzen Pockau haben, seien ihm die Ferienzimmer Hunger, welche sich im selben Haus wie die Gastwirtschaft befindet, empfohlen. Dies ist ein geeigneter Ausgangspunkt für weitere Wanderungen durch das schönste aller Erzgebirgstäler, dem „Schwarzwassertal“.